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JA, ich will!

Ausgabe 13

DATUM: 10.03.2018

Als Antje Rabe und Gesa Friel vor fünfeinhalb Jahren ihr Unternehmen gründen, sind beide noch keine 30 Jahre alt. Sie sind Schwestern. Antje, die Ältere, Jahrgang 1984, lebte zu jener Zeit in Berlin, wo sie Unternehmensgründung studierte. Gesa, die Jüngere, Jahrgang 1985, hatte ihren Lebensmittelpunkt damals in Bremen und arbeitete als Gestalterin für visuelles Marketing. Beide stammen aus Glaisin, sind dort aufgewachsen und familiär fest verwurzelt. Als Antje heiratet, stellt sie fest, wie kompliziert es mitunter sein kann, das passende Outfit der Träume für den wichtigsten Tag im Leben zu finden. Gleich nach der Hochzeit beginnt sie gemeinsam mit ihrer Schwester zu recherchieren, welche unternehmerischen Möglichkeiten bestehen, um Brautpaaren vor der Trauung ein Rundum-Sorglos-Paket bieten zu können. Schließlich entschließen sich beide heimzukehren und sich in Glaisin selbständig zu machen: mit einem Hochzeitshof, auf dem Brautpaare alles das finden, was sie vorab für den Tag der Tage benötigen: Ringe, Kleider, Anzüge. Sitz des Unternehmens: Glaisin im Landkreis Ludwigslust-Parchim.

Wow! Wer zum ersten Mal den Hochzeitshof in Glaisin betritt, dem verschlägt es leicht die Sprache. Mit vielem mag man rechnen, doch das, was sich einem hier in der Idylle eines wunderschönen Dorfes bietet, verschlägt den meisten Erstbesuchern mit Sicherheit die Sprache. Neben dem malerisch anmutende Hofcafé, indem es neben hausgemachten Kuchen und Torten, leckeren Kaffeespezialitäten sowie auch noch vier wunderhübsche Gästezimmer und einen Einkaufsbereich für exquisit besondere Wohnaccessoires gibt. Flankiert wird es von dem sogenannten „Herrenhaus“, einer wunderschön sanierten alten Bauernscheune, indem vom Bräutigam über den Trauzeugen bis hin zum Freund hochwertiger und exklusiver Anzüge, der Mann sein Terrain hat. Gleich gegenüber liegt das „Frauenzimmer“ – Oase nicht nur für zukünftige Bräute. Neben Brautkleidern findet Frau hier auch das ideale Ballkleid und mehr. Dazu befindet sich am Fußende die „Glücksschmiede“ – eine alte Schmiede, in der die heiratsplanenden Paare gleich auch eigene Ringe gemeinsam im Feuer herstellen können. Alles zusammen bietet ein einzigartiges Ambiente. Eine eigene Welt, die selbst im Winter eine großartige Ausstrahlung hat. Fantastisch!

Keine Frage, wer heiraten will, für den ist Glaisin eigentlich ein Paradies. Der Hochzeitshof Glaisin ist offizielle Außenstelle des Standesamtes Ludwigslust. Seit fast zwei Jahren kann man übrigens auch hier seinem Lieblingsmenschen das Jawort fürs Leben geben. 25 Hochzeiten pro Jahr sind es etwa, die in Glaisin vor dieser einmaligen Kulisse stattfinden. Eine beachtliche Zahl – findet Antje Rabe: „Man darf nicht vergessen, die Saison für Hochzeiten ist in der Regel nicht allzu lang. Und ab und zu kommt es sogar vor, dass Paare, die bei uns das Brautkleid und oder den Anzug für den Bräutigam kaufen, sich plötzlich so sehr in diesen Ort verlieben, dass sie ihr Aufgebot umbestellen.“ Und manchmal laden die Brautpaare auch gleich die  beiden Schwestern zum Polterabend oder gar zur Hochzeit als Gäste ein. Eine Tatsache, die beweist, wie eng das Verhältnis zwischen den Kundinnen und Kunden einerseits und den beiden Schwestern andererseits ist. Und wie sehr das Unternehmen diese in den Fokus aller Aktivitäten  legt. „Wir wollen Menschen glücklich machen bei uns“, sagt Gesa Friel, „nicht einfach ein Kleid an die Frau und einen Anzug an den Mann bringen. Wir bieten eben das Einzigartige. Den Einkauf mit allen Emotionen.“

In Zeiten der Digitalisierung und des veränderten Einkaufsverhaltens vieler Menschen mag mancher vor fünfeinhalb Jahren still und heimlich gedacht haben, dass die Schwestern ihre Träume hoch gehängt haben könnten. Vielleicht gar ein wenig zu hoch. Doch nach den ersten Jahren und sehr vielen gemeinsamen emotionalen Momenten mit ihren Kunden wissen die beiden Schwestern, wie richtig es war, damals den Mut aufgebracht zu haben und sich mit einer solch außergewöhnlichen Idee selbständig gemacht zu haben. „Na klar gab es Stimmen, die sehr skeptisch waren am Anfang. Wir selbst waren überzeugt und haben daher alles riskiert“ Sagt Antje Rabe, die die Herausforderungen bei Unternehmensgründungen nur allzu gut kennt. Sie recherchierten und fanden heraus, dass der Erfolg ihrer Unternehmung nicht so sehr davon abhänge, wie viele Menschen innerhalb eines bestimmten Umkreises lebten, sondern dass es darauf ankommen würde, Emotionen in eine Form zu gießen, die erlebbar wird. Zu Recht. „Unsere Kundinnen kommen teilweise aus Berlin, Lübeck oder Hamburg. Aber natürlich auch aus der Region“, sagt Gesa Friel. Und ihre Schwester verrät: „Auch aus Glaisin kommt jedes Jahr mindestens eine Braut.“ Doch wie war das damals, als die Idee im Raum stand, nach Glaisin zurückzukehren, um hier etwas so Außergewöhnliches auf die Beine zu stellen? Waren die Lebenspartner der beiden sofort bereit, mitzuziehen? Antje Rabe lächelt. Ihr Mann ist Unternehmensberater und arbeitet in Potsdam. Die beiden haben eine Möglichkeit gefunden, den Traum vom großen Glück in ihrer Heimat zu leben. Bei Gesa Friel war es ähnlich. Ihr Mann hat die Idee von Anfang an unterstützt...

Beide Schwestern leben mit ihren Familien auf einem Hof in Glaisin mit den Eltern und der Großmutter. Vier Generationen auf einer Scholle. Dazu der Hochzeitshof. Dennoch wird es weder eng noch stressig. „Das Unternehmen bleibt bei uns bewusst hier auf dem Hochzeitshof“, sagt Antje Rabe. Die Arbeit nehme man nicht mit nach Hause. Dennoch sind es viele Arbeitsstunden, die beide Schwestern in das Unternehmen investieren. „Aber das kennen ja die meisten Selbständigen“, lacht Gesa Friel ergänzend. Und die Samstage? Fehlen die nicht manchmal? „Nein, eigentlich nicht“, sagt die jüngere Schwester, „wir haben das große Glück, unseren Traum zu leben. Und wir haben so tolle Partner – die das mitmachen und uns den  Rücken freihalten!“ Übrigens: Wenn man es ganz genau nimmt, folgen die beiden Unternehmerinnen den Fußstapfen der Ur-Großmutter. Schon diese verzauberte die Glaisinerinnen mit den schönsten Kleidern, die man sich damals hat vorstellen können. Als Schneiderin hatte sie ein Händchen für Stoffe und ein Auge für den passendenAuftritt. Als Reminiszenz an sie befindet sich noch heute ihr alter Anprobe-Spiegel im Privatbereich des „Herrenhaus“.

»Die Magie bei uns ist immer ein Mix aus der Auswahl der Kleider, der Ruhe und Abgeschiedenheit bei der Anprobe …«

Das ist sowieso etwas, dass man dringend wissen sollte: Einfach so nach Glaisin fahren und mal eben kurz etwas anprobieren – das ist nicht. Bei den Herren wird zwar ab und zu eine Ausnahme gemacht, aber für das „Frauenzimmer“ gilt bei Brautkleidern: Nur mit Anmeldung und Termin. Denn die zwei Verkaufsbereiche dort leben von der Intimität, in der eine künftige Braut den Raum hat, die richtige Entscheidung zu treffen. Schließlich geht es um sehr viel: Das passende Kleid für den wohl emotionalsten Augenblick des Lebens. Antje Rabe: „Die Magie bei uns ist immer ein Mix aus der Auswahl der Kleider, der Ruhe und Abgeschiedenheit bei der Anprobe und der Nähe zwischen uns und unseren Kundinnen.“ Und wie ist das bei den Herren der Schöpfung? „Eigentlich ganz genau so – nur ein wenig anders“, antwortet Gesa Friel. Auch bei den Männern gibt es einen großzügigen Privatbereich, der Abgeschiedenheit garantiert vor neugierigen aufmerksamen Blicken Dritter.

Es ist die Liebe zum Detail, die einem hier an jeder Ecke begegnet. Angefangen von dem gesamten Hofnutzungskonzept, über die Einrichtung, die Sortimentsauswahl, die Sitzecken und die Kissen, die Blumen – ja sogar bis hin zum  Werbematerial: Alles strahlt eine große Liebe aus. „Wir machen und gestalten das alles selbst, vielleicht kommt das dann auch so rüber“, sagt Gesa Friel nachdenklich. Bestimmt. Ja sogar: ganz gewiss. Man spürt allerorten die Handschrift der beiden Schwestern. Und noch etwas fällt auf: Bei der Inaugenscheinnahme des gesamten Areals - vor allem der Innenbereiche kommt man nicht daran vorbei, die geschmackvollen Fotografien zu bewundern, die überall dort vorhanden sind, wo es wirklich am allerbesten passt. „Die hat unser Bruder gemacht. Mathias Friel. Ein international tätiger Hochzeitsfotograf“, erklärt Antje Rabe nicht ohne Stolz. Familie halt. Das ist mit Sicherheit ein wesentlicher Baustein des Erfolges. Wie alt sind eigentlich die meisten Kundinnen, die den Weg ins kleine Glaisin auf sich nehmen? „Die meisten sind so Anfang bis Mitte 30. Also ungefähr in unserem Alter“, sagt Gesa. Eine Tatsache, die für beide ein Credo für die Zukunft ist: Die Verpflichtung, immer und zu jeder Zeit möglichst ganz nah an den Vorstellungen und Wünschen der Zielgruppe zu sein. Doch das sei eigentlich ein Segen, wie Gesa Friel ergänzt: „Wir lieben es beispielsweise beide sehr, zur großen Brautmoden-Messe nach Düsseldorf zu fahren.“ Das sei immer eines der absoluten Highlights des Jahres:

Wir zwei Schwestern sind dann für ein paar Tage allein unterwegs, schon dafür lohnt es sich. Dazu kommt, dass wir so die Möglichkeit erhalten, mit den neuesten Trends, die kommen werden, auf Tuchfühlung zu gehen. So bleiben wir auch langfristig auf Augenhöhe mit den Mode-Vorstellungen unserer Kundinnen.“ Mittlerweile gibt es Kundinnen, die bereits das zweite Kleid kaufen: zunächst das für die Jugendweihe oder den Abiball – und dann das Brautkleid. Treue, die sich auch in Glaisin auszahlt: „Solche Geschichten sind einfach großartig. Und auch die Freude, die wir dann wieder zurückbekommen. Das hatten wir uns so erhofft – planen kann man das aber eben nicht“, sagt Antje Rabe nachdenklich. Die Expertin für Unternehmensgründungen hat manchmal noch das Gefühl, sich selbst kneifen zu wollen – so gut passte die Vision zur Wirklichkeit. Dabei ist Glaisin nur ein Beispiel dafür, dass man mit der richtigen Portion „Passion zum eigenen Unternehmen“ auch heutzutage sehr viel bewegen kann. Denn auch, wenn nicht jede Besucherin oder jeder Gast tatsächlich kauft – die Botschaft von dem Kleinod auf dem Lande spricht sich immer weiter herum. Längst hat die Mund-zu-Mund-Propaganda alle anderen Werbemaßnahmen abgehängt. Eigentlich aber ist der Hochzeitshof in Glaisin viel zu schön, als dass hier nur angehende Brautpaare nach den passenden Begleitstücken für den Tag der Tage stöbern. Der Hof und vor allem auch das Hofcafé lohnen sich für jeden Besucher. Wer in toller Umgebung seine Seele baumeln lassen möchte, ohne dabei auf Torte, Tarte oder Kuchen verzichten möchte, der sollte einen Kurztrip nach Glaisin unbedingt in seine Ausflugsplanung  integrieren.

Sagen Sie einfach: JA, ich will …

© Bilder – Fotografen: Matthias Friel | Juliane Struck | Diana Frohmüller | Franziska Schädel | Steffi Fischer

STECKBRIEF
  • Alles für Brautpaare und Trauzeugen

  • Standesamtliche Trauungen (auch Open-Air)

  • Hofcafé mit 4 Gästezimmern

  • Hochwertige Wohnaccessoires


HOCHZEITSHOF GLAISIN GmbH | Geschäftsführer: Antje Rabe & Gesa Friel Lindenstraße 16 | 19288 Ludwigslust

E-Mail: info@hochzeitshof-glaisin.de | Telefon: +49 (0) 38754 22 97 33 | www.hochzeitshof-glaisin.de