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So lange man Träume noch leben kann

Ausgabe 7

DATUM: 25.11.2017

Marjon Hopman wächst als Kind in den Niederlanden auf. Trotz der Nähe zur deutschen Grenze tut sie sich zunächst schwer mit der deutschen Sprache. Sie ist eine fleißige Schülerin und jobbt in den Ferien regelmäßig bei ihrem Onkel, der zu jener Zeit einen größeren Hotelbetrieb besitzt. Schon damals beginnt in ihr der Traum zu reifen, eines Tages ein eigenes Schlosshotel zu betreiben. Nach der Schule beginnt sie ein Studium im Hotelwesen. An der Hochschule lernt sie Mark kennen – ihren Mann, der sehr viele unternehmerische Ideen hat. Kurz nach dem Abschluss ihres Studiums verlieben sich die beiden ausgerechnet in Deutschland in ein passendes, sanierungs- und modernisierungsbedürftiges Objekt. Sie beschließen, ein Wagnis einzugehen und diesem Schloss neues Leben einzuhauchen. Heute gehört ihr Schlosshotel zu den erfolgreichsten dieser Art in Norddeutschland. Sitz des Unternehmens: Basthorst bei Crivitz im Landkreis Ludwigslust-Parchim.

Wer das kleine Dorf Basthorst, einen Ortsteil der Stadt Crivitz im Landkreis Ludwigslust-Parchim, erreicht, der braucht nicht lange zu suchen, um das wunderschöne Schlosshotel und seine aufwändig sanierten Nebengebäude zu entdecken. Die gesamte Bebauung der kleinen Siedlung orientiert sich an dem im klassizistischen Baustil errichteten Schloss. Der Großteil der Gebäude in Basthorst liegt an der Zufahrtsroute. Fast scheint es so, als grüßten sie die Besucher und Gäste, die von nahezu überall herkommen. Marjon Hopman, die gemeinsam mit ihrem Mann Mark das Schloss, den einladenden Park und die zugehörigen Nebengebäude im Jahr 2003 erwarb, hat sich hier einen Kindheits- bzw. Jugendtraum erfüllt: „Das war ein ganz starker Wunsch in mir – ein eigenes Schlosshotel. Für mich ist Basthorst wie mein eigenes Kind.“

Ein Kind, das eine ganze Menge erlebt hat und das darüber Geschichten zu erzählen weiß: Das Schloss Basthorst wurde in den Jahren 1823 und 1824 als Guts- bzw. Herrenhaus erbaut. Den Auftrag dazu gab der damalige Erwerber der Ländereien Ernst Johann Wilhelm von Schack. Er schuf hier seinen Familiensitz - mit ausgiebiger Landwirtschaft und Waldflächen. Bis zum Jahr 1900 erfolgten weitere zusätzliche Bauten von Wirtschafts- und Nebengebäuden. Dann wechselte Basthorst  erstmalig den Besitzer. Karl Tust, der Neue, machte aus dem damaligen Herrenhaus ein Schloss und verpasste dem gesamten Ensemble ein wenig mehr Schliff. Allerdings sollte er Basthorst nicht lange halten: Schon 1914 fand sich ein neuer Eigentümer. Es war der Beginn einer sehr wechselvollen Ära, die ihr Ende eben erst im Jahr 2003 fand, als Marjon und Mark Hopman das Schloss Basthorst und die zugehörigen Nebengebäude ersteigern konnten. Seit 1998 befand sich das  Schlossbereits in der Nutzung als Hotel. Der Vorbesitzer hatte sich darum bemüht, sich den etwas abgelegenen Standort dadurch zunutze zu machen, Basthorst als ein Tagungszentrum mit Hotelbetrieb zu etablieren. Allerdings waren die Erfolge überschaubar und so gelangte das Schlossensemble in die Versteigerung.  Die beiden noch sehr jungen und enthusiastischen Hopmans erfuhren über Freunde, die in der Region ansässig waren und den Ort und die damit verbundenen Möglichkeiten recht gut kannten, von der sich bietenden Gelegenheit.

„Wir kamen hier damals in der Dunkelheit an. Der Schlüssel für uns lag unter einem Blumentopf“, erinnert sich Marjon Hopman. Am nächsten Morgen begannen beide das Gelände und die Gebäude in Augenschein zu nehmen. Hopman: „Eigentlich gab es damals nur das Schloss selbst. Die anderen Gebäude, die hier mittlerweile kleine Schmuckstückchen sind und die zu unserem Hotelbetrieb gehören, waren damals in einem sehr heruntergekommenen Zustand.“ Dort, wo heute die modern anmutende Waldresidenz steht, befand sich damals eine DDR-typische Unterkunft für Arbeiter in der Landwirtschaft. Es gab keine echten Wellnessangebote und die gastronomischen Möglichkeiten waren recht eingeschränkt.

„Mein Mann war begeistert. Vielleicht aber vor allem deshalb, weil er gesehen hat, wie sehr ich Basthorst ins Herz geschlossen habe“, Marjon Hopman lächelt. Mark Hopman stammt aus einer Unternehmerfamilie – allerdings ohne einen größeren familiären Bezug in die Gastronomie. Er hatte schon früh für sich erkannt, dass in ihm Unternehmergeist steckte und er wollte hinaus in die weite Welt. Er absolvierte sein Studium im Hotelbereich, dort lernte er seine Frau Marjon kennen. Die beiden kamen zusammen und schmiedeten fortan immer wieder gemeinsam große Pläne für die Zukunft. Mark Hopman sprach schon früh ein sehr gutes Deutsch und konnte sich eine Zukunft in Deutschland grundsätzlich vorstellen. Im Gegensatz zu seiner Frau. Als Schülerin hatte sie zwar das Fach Deutsch. Allerdings sprach sie damals sehr viel lieber Französisch. Bereits als Kind verbrachte sie viel Zeit im Hotelbetrieb ihres Onkels. Sie liebte den Trubel der Gäste. Die Geschichten,
die sie dort zu hören bekam. Und den Flair eines großen Hauses mit sehr vielen Menschen. Als Jugendliche jobbte sie regelmäßig in den Ferien in dem Betrieb

»Mein Mann war begeistert. Vielleicht aber vor allem deshalb, weil er gesehen hat, wie sehr ich Basthorst ins Herz geschlossen habe.«

des Onkels. Marjon Hopman: „Ich hatte meinem Mann schon sehr früh gesagt, dass ich unbedingt eines Tages ein echtes Schlosshotel leiten wollte. Und er fand das sehr spannend.“Als sie beide nach Basthorst zur ersten Inaugenscheinnahme fahren ist Marjon Hopman gerade mal 25 Jahre alt. Sie hat ihr Studium erfolgreich absolviert und seit einem halben Jahr einen festen Job. „Uns beiden war klar: Das hier wird ein echtes Abenteuer. Es war Mark, der mich dann dazu antrieb, den Mut tatsächlich aufzubringen. Er sagte mir, wir seien gerade jung genug, um aus diesem ziemlich verstaubten Anwesen mit der Zeit etwas richtig Schönes zu machen“, Marjon Hopman lässt ihren Blick durch das herrliche Ambiente im Restaurant in der Waldresidenz schweifen, „ich wollte hier nicht Schlossherrin werden, ich wollte Menschen für Basthorst, das Schloss und auch die ganze Region begeistern. Und das hat sich nie geändert!“

Das Konzept, dass die Hopmans seit der Übernahme fahren, kommt sehr gut an. Über Leerstände kann nicht geklagt werden – ganz im Gegenteil. Auch Tagungen, Veranstaltungen und Events auf dem großzügigen Areal in wunderschönster Lage sind äußerst beliebt. Hinzu kommt, dass es zum Selbstverständnis des Unternehmens gehört, eine offene und angenehme Atmosphäre zu bieten, in der Dorfbewohner, Nachbarn, Menschen aus der Region, Radfahrer und Wanderer ebenso willkommen sind, wie die Hotelgäste selbst: „Wir freuen uns auf jeden, der zu uns kommt. Unser Park, die Cafés, die Restaurants und auch der Spa-Bereich darf genutzt werden. Unabhängig davon, ob er oder sie ein Hotelzimmer bei uns gebucht hat.“ Man wolle jeden Gast glücklich machen. Ein Anspruch, der verpflichtet – der aber in Basthorst erfüllt wird. In der Sommerzeit finden gerade auch Radtouristen und Wanderer sehr großen Gefallen an leckeren Eisspezialitäten, frischen Kuchen und Torten auf der Schlossterrasse. Der große, sehr natürlich wirkende und moderne Spielplatz steht allen Kindern zur Verfügung. Und auch im Spa begegnen sich sowohl Hotelgäste als auch Besucher.

Überhaupt könnte man meinen, dass Basthorst ein Ort der vielfältigsten Begegnungen ist. Und eben nicht selten münden Begegnungen ja in dem Entschluss, das Leben miteinander zu teilen. Auf Schloss Basthorst finden daher auch regelmäßig Hochzeiten statt, die mit großer Umsicht und Perfektion geplant werden. Golf kann man spielen – allerdings nicht in Basthorst selbst. Der Weg nach Vorbeck ist aber nicht weit und wird mit einer der besten deutschen Golfanlagen gleich vielfach entschädigt. Auch Schwerin und die Ostseeküste sind nicht weit. Gerade im Sommer, wenn die Gäste länger bleiben, sind die diversen Ausflüge und die Tourentipps des Hotelpersonals äußerst beliebt. Und für die, die es

»Uns beiden war klar: Das hier wird ein echtes Abenteuer.«

entspannt angehen lassen möchten: Im Schlosspark kann man einen vorzüglichen Kaffee genießen, während die Kinder auf dem großen Areal viel zu entdecken haben. So werden die Aufenthalte in Basthorst zu einer Art kleiner Flucht aus dem Alltag, den insbesondere Gäste aus den Metropolen zu schätzen wissen. „Wir haben viele Gäste aus Hamburg und Berlin, die sich bei uns von Grund auf vom Großstadtstress erholen wollen“,sagt Marjon Hopman, „jeder hat seinen eigenen Anspruch auf Erholung und sein individuelles Verständnis von Luxus. Wir bemühen uns, jeden zufrieden zu stellen. Und ein wenig mehr.“

Dafür bieten die 101 Zimmer und Appartements der Extraklasse in insgesamt vier schmucken Häusern reichlich Gelegenheit. Dazu kommt ein Spa-Bereich, der keine Wünsche offen lässt. „Jedes Zimmer hat seine eigene Persönlichkeit – so wie auch unsere Gäste“, erklärt Marjon Hopman. Die knapp über 100 Mitarbeiter im Betrieb wissen, wie wichtig sie für den Gesamterfolg des Konzeptes Basthorst sind. Die meisten sind schon recht lange dabei. Marjon Hopman stolz: „Unser Team besteht aus Menschen, die alle gemeinsam die Marke „Schloss Basthorst“ verkörpern. Jeder bei uns weiß, worauf es ankommt. Und wir wissen, wie sehr wir uns auf unser Team verlassen können. Dazu kommen unsere Partner – die Lieferanten aus der Region. Es ist schon so etwas wie eine große Familie hier bei uns.“ Apropos Familie: Die Hopmans selbst sind eine nicht gerade kleine Familie – vier Kinder haben die beiden. Und auch die kleinsten Hopmans haben einen festen Bezug zum Hotel und zum Ort. Für sie ist Basthorst die Heimat. Marjon Hopman: „Seit unsere Kinder auf der Welt sind, sehen wir die ganze Region noch einmal mit anderen Augen. Es gibt hier so viel zu entdecken – und manchesentdecken wir eben gemeinsam. Auch unsere Gäste kommen immer wieder ins Schwärmen: der Glambeck See, auf dem im Sommer Floßfahrten stattfinden, die Natur-Wälder rings um uns herum, das sehr aktive Kunsthaus Basthorst mit vielen interessanten Ausstellungen, die Filz-Manufaktur und der Basthorster Krebsgarten, in dem Edelkrebse gezüchtet werden.“ Langeweile kommt da nicht auf. Wie auch? Die Hopmans haben längst schon wieder neue spannende Pläne für Basthorst entwickelt. Wir freuen uns darauf.

Tot ziens! In Basthorst.

STECKBRIEF
  • Servaas Schlosshotel GmbH

  • Ca. 100 Mitarbeiter

  • Eröffnung 2003

  • Schlosshotel, 4-Sterne-Niveau


Marjon Hopman-Wolthuis / Mark Hopman Schlossstraße 18 | 19089 Crivitz | OT Basthorst

info@schloss-basthorst.de | Telefon: +49 (0)3863 52 50 | www.schloss-basthorst.de